Wi(e)der die Theatralitätsforschung?
Szenarität in der Re/Lektüre von Theatralität und ihrer Theorie
DOI:
https://doi.org/10.21248/thewis.12.2025.158Abstract
Abstract
Als Versuch über die Struktur von Re/Lektüren und ihre erkenntnis- und erfahrungseröffnenden Möglichkeiten wiederholt der vorliegende Beitrag mit Matthias Warstats Enzyklopädieeintrag „Theatralität“[1] die Ausuferung von Bedeutung, die sich aus den vielfältigen Theoretisierungen des Theatralitätsbegriffs ergibt. Dabei zielt die vorgelegte Re/Lektüre darauf ab, einem im Begriff der Theorie potenziell impliziten Anspruch auf allgemeine Klärung dessen, was ‚Theatralität‘ sei, die Begrenztheit einer jeden theoretischen Perspektive und die daher notwendige Pluralität eines Multiperspektivismus innerhalb von Theorie selbst als genuin theatral entgegenzuhalten. Ausgehend von Roland Barthes’ Verständnis von théâtralité und den Möglichkeitsbedingungen dieses Begriffes in der Wahrnehmung von Szenen im und über ‚Text‘ hinaus, wird die iterative Struktur von Re/Lektüren in Szenen des Lesens vorgeführt, die den Akt des Lesens selbst auf die notwendige Beschränktheit seiner je eigenen Perspektive zurückwerfen. Zur Beschreibung einer solchen Bewegung (selbst-)kritischer Reflexion von Perspektiven auf ihre Möglichkeitsbedingungen in Szenen wird der Begriff der ‚Szenarität‘ eingeführt, der im Kontrast zur Vorstellung einer idealen Theorie von Theatralität gewonnen werden kann. ‚Szenarität‘ versteht sich dabei als der Theatralität von Theorie inhärent.
[1] Warstat, Matthias: „Theatralität“, in: Fischer-Lichte, Erika/Kolesch, Doris/Warstat, Matthias (Hg.), Metzler Lexikon Theatertheorie. 2. Aufl. Stuttgart/Weimar 2014, S. 382–388. Im ersten Satz ihrer „Introduction“ zum Band Theatricality schreiben Tracy C. Davis und Thomas Postlewait bereits 2003: „One thing, but perhaps only one, is obvious: the idea of theatricality has achieved an extraordinary range of meanings, making it everything from an act to an attitude, a style to a semiotic system, a medium to a message. It is a sign empty of meaning; it is the meaning of all signs. Depending upon one’s perspective, it can be dismissed as little more than a self-referential gesture or it can be embraced as a definitive feature of human communication.“ Davis, Tracy C./Postlewait, Thomas (Hg.), Theatricality. Cambridge/New York 2003, S. 1.
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