Von Auschwitz schweigen
Sprachlosigkeit und Shoah
DOI:
https://doi.org/10.21248/thewis.4.2010.55Abstract
In diesem Artikel möchten wir zwei Momente des Schweigens im Kontext der Shoah untersuchen: In einem ersten Schritt werden wir die systematische Zerstörung der Sprache der Inhaftierten in den Lagern am Zeugenbericht IST DAS EIN MENSCH? des Auschwitz-Überlebenden Primo Levi nachzeichnen und anhand der Texte WAS VON AUSCHWITZ BLEIBT von Giorgio Agamben und DAS
DARSTELLUNGSVERBOT von Jean-Luc Nancy diskutieren. In einem zweiten Schritt sollen zwei Versuche dargestellt werden, das Schweigen über Auschwitz zu brechen und eine Sprache zu finden, mit der im Bewusstsein der Mittel von Auschwitz gesprochen werden kann: Das erst in den 80er Jahren in den öffentlichen Sprachgebrauch eingegangene Wort Shoah und das 2005 eröffnete DENKMAL FÜR
DIE ERMORDETEN JUDEN EUROPAS werden wir als Versuche lesen, einen Bruch, eine Lücke, ein Schweigen in das Sprechen über und das Erinnern an die Shoah einzulassen.
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